Die ISF-Idee
Was trieb den Apotheker Werner Lau an, ein besonderes Kit für die modifizierte Potenzierung von Eigenblut oder Eigenurin zu entwickeln? Die Antwort finden wir in der Geschichte der Behandlung mit Eigenblut und Eigenurin.
Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. finden sich im chinesischen Arzneibuch, dem Nei King, Hinweise auf die Verwendung von Blut. Ebenfalls vor über 2000 Jahren wurde Urin äußerlich bei Wunden und Entzündungen angewandt. Bis heute schwört man in vielen fernöstlichen Ländern z. B. Indien auf Trinkkuren mit Eigenurin, um die Abwehrkräfte zu steigern.
Bei der Behandlung mit Eigenblut macht man sich zu Nutze, dass es mit seinen Proteinen, Antikörpern, immunkompetenten Zellen, Toxinen etc. einen Spiegel der bestehenden und überstandenen Erkankungen darstellt. Führt man dieses Eigenblut dem Körper von außen zu, wird es vom Körper wie ein körperfremder Stoff behandelt und darauf beruht die Umstimmung, die durch Eigenbluttherapien erreicht werden soll.
In den abendländischen Ländern dauerte es bis ins 19. Jahrhundert, ehe Eigenblut- und Eigenurinbehandlung ihren Platz fanden. Speziell die Behandlung mit Eigenblut gewann nun zunehmend an Bedeutung und Beachtung. Die zunehmenden Erkenntnisse über die physiologischen Abläufe machten die Effekte der Injektionen von Eigenblut erklärbar und nahmen der Methode den Ruf, rein unwissenschaftlich zu sein.
Als Beginn der Eigenblutbehandlungen wird die erfolgreiche Injektion von mit Kochsalz verdünntem Eigenblut durch die in Amerika lebenden schwedischen Ärzte Grafstrøm und Elfstrøm bei verschiedenen Infektionskrankheiten gesehen. Im Jahr 1905 bewies Prof. Dr. August Bier den Mut, feste Wege der Medizin zu verlassen. Er injizierte Eigenblut an die Frakturenden bei Knochenbrüchen und beobachtete eine verbesserte Heilungstendenz, nachdem zunächst vermehrt Entzündungssymptome auftraten. In den folgenden Jahren entdeckten weitere Ärzte neue Therapiemöglichkeiten für das Eigenblut, u.a. setzte der Internist Ferdinand Hoff aus Frankfurt die Eigenblutbehandlung bei chronisch entzündlichen Erkrankungen ein. Der Dermatologe Spiethoff sammelte und veröffentliche die Erfahrungen mit Eigenblutbehandlungen bei der Behandlung von Hauterkrankungen und legte Standards für die Durchführung fest. Seine Erkenntnisse sind heute noch allgemein gültig.
Die Kinderärztin Hedwig Imhäuser war prägend für die homöopathische Eigenblutbehandlung. Nach der sogenannten „Imhäuser-Methode“ wird bis heute Eigenblut potenziert. Hedwig Imhäuser bevorzugte die Potenzen zwischen C5 und C12. Heute wird z. T. auch mit D-Potenzen gearbeitet oder mit Potenzen bis zur C30. Zusätzlich gab es weitere Entwicklungen, z. B. der Zusatz von Hilfsstoffen, die die Informationen des Eigenblutes noch besser für die homöopathische Therapie verfügbar machen.
Gleichzeitig bedeutete die Einführung der homöopathischen Eigenblutbehandlung eine Hinwendung zur oralen Anwendung. Eine orale Aufnahme der für die gewünschte Umstimmung maßgebenden Informationen simuliert am ehesten den natürlichen Verlauf der Körperreaktion auf äußere Reize. Durch die Potenzierung erfolgt die Reizsetzung zudem in reduziertem Maße und schonender, aber - wie die Erfahrung gezeigt hat - nicht weniger erfolgreich.
Der Apotheker Werner Lau entwickelte in Zusammenarbeit mit Ärzten und Heilpraktikern das ASAN-Verfahren nach dem die Potenzierung von z. B. Eigenblut oder Eigenurin unter Zusatz von Hilfsstoffen und mit standardisierter Verdünnungslösung erfolgte. Unter der Bezeichnung „ISF-Kit“ (vormals „ASAN-Kit“) versteht man eine Zusammenstellung aller für die Durchführung der Potenzierung nach dem ASAN-Verfahrens nötigen Fläschchen. So ist die gewünschte Potenzierung bei Bedarf schnell und unkompliziert durchzuführen. Ein im wahrsten Sinne des Wortes praktische Idee.
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